These are my confessions

Die Fans mussten lange warten. Vor 15 Monaten hatte Usher seine „Past-Present-Future“-Tour angekündigt. Schnell waren fast alle Tickets weg. Jetzt war es endlich so weit. Am 1. Mai gab Usher das erste von drei Konzerten vor 17.000 Menschen in der Berliner Uber Arena.

Showbeginn um 20 Uhr, so stand es auf den Tickets. Und bereits einige Zeit vorher heizte der DJ dem Publikum ordentlich ein. Die meisten waren wohl ziemlich überrascht, als auf der Leinwand, begleitet von einer KI-Stimme, die an V.I.K.I. aus „I, Robot“ erinnerte, Ushers Eintreffen tatsächlich schon für 20.15 Uhr angekündigt wurde.

Nach einem Countdown und einem kurzen Intro mit dem Hinweis, dass der Abend ein „intimate ride“ durch Ushers Karriere werden würde, taucht Usher aus dem Nichts auf der Bühne auf - aus dem Nebel, bekleidet mit funkelndem Hut und Umhang. Von den Klängen des Titelsongs seines aktuellen Albums „Coming Home“ begleitet, schlendert er über die Bühne, vorbei am Golden Circle, hin zur Center Stage. Dort nimmt die Show direkt Fahrt auf, mit sechs Tänzer*innen und weniger Bekleidung. Nach den Songs „Hey Daddy“ und „BIG“, die direkt Partystimmung aufkommen lassen, begrüßt Usher die Fans. Er will mit ihnen gemeinsam in seine Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft blicken, so erklärt er den Titel seiner Tour.

Die Zeitreise beginnt mit „Call Me a Mack“, Ushers erstem Song aus dem Jahr 1993. Weiter geht es ins Jahr 1997, als Album Nummer 2 erschien. Die Stimmung im Publikum ist gut, als Usher mit seinen Tänzern seine Hits „My Way“ und „U Make Me Wanna“ performt. Bei „U Remind Me“, „U Don’t Have to Call“ und „Caught Up” wird laut mitgesungen und gejubelt.

Die begonnene Zeitreise beginnt jedoch zu schwächeln, als es plötzlich ins Jahr 2019 geht – und auch „V.I.K.I.“, nennen wir sie einfach mal so, zugeben muss, dass wohl eine Fehlfunktion vorliegt. Es geht also im weiteren Verlauf des Konzerts mal ein paar Jahre vor und auch wieder zurück. Durch die Unterbrechungen, in denen Usher die Fans mit zwar interessanten Einblicken in Past-Present-Future-Momente, wie z.B. ein Interview aus dem Jahr 2044 oder einem Videocall mit vier Ushers unterschiedlichen Alters, zurücklässt, lassen die Stimmung immer wieder etwas abkühlen.

Es wird trotzdem viel gefeiert, vor allem zu den Songs „Omg“, „DJ Got Us Fallin‘ In Love“ und natürlich dem Welthit „Yeah“. Gesanglich überzeugt Usher vor allem mit seinen Balladen „Lovers and Friends“, „Nice & Slow“, „U Got It Bad“, „Burn“ und „Confessions, Pt. II“. Beeindruckend sind auch die Rollschuh-Choreografien zu „Don’t Waste My Time“, „Love In This Club“ und „New Flame“.

Nach zwei Stunden Show, in denen Usher vor allem auf viele erotische Elemente gesetzt hatte, wie das „Kirschenessen“ mit einigen Frauen aus dem Publikum und einer Stripclub/Poledance-Szene auf der Nebenbühne, wird es zum Abschluss des Konzerts noch einmal emotional. Usher bedankt sich bei seinen Fans für die Treue und fordert dazu auf, symbolisch für die Lichter, die seinen „Karrierestern“ leuchten lassen, die Smartphone-Taschenlampen einzuschalten. Ohne die Fans wäre er nicht da, wo er heute ist, und dafür sei er sehr dankbar. Als letzten Song singt Usher, passend dazu, „Without You“ - umgeben von fast 17.000 Sternen und unterstützt von einem lauten Chor glücklicher Stimmen.

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Kommentare

Karina
Vor 8 Monate

Wegen dir und dem Bericht habe ich nun eine Usher Playlist 😂😅♥️